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August 07 Weg-MalveDie Weg-Malve gehört zur Familie der Malvengewächse und wird auch Feld-Malve, Gänse-Malve, Gänsepappel, Hasenpappel, Käslikraut, Rosspappel, oder Schwellkraut genannt. In Notzeiten wurde diese Pflanzenart als Gemüse und Mehllieferant verwendet, auch gelegentlich als Heilkraut. Wenn die Weg-Malve viel Stickstoff zur Ernährung hat, stellt sie durch die starke Anreicherung von Nitrat eine Gefahr für Tiere dar.
Diese Malvenart ist eine ein- oder zweijährige, sommergrüne, krautige Pflanze. Die kurze faserige Wurzel treibt einen 15 bis 60 cm langen, sich niederbiegenden Stängel, der sich an der Basis in mehrere Triebe teilt. Die rundlichen bis nierenförmigen Laubblätter sind gezähnt und leicht fünf- bis neunlappig und 2 bis 6 Zentimeter breit und lang. Sie sitzen wechselständig auf etwa 10 Zentimeter langen Blattstängeln und sind durch mindestens drei Blattnerven tief zerfurcht und überall haarig.
Die blattachselständigen Blütenstände bestehen aus einer bis sechs Blüten. Die Blüten sind tütenähnlich, weiß bis weiß-rosa und weisen drei Außenkelchblätter auf. Die fünf schmal lanzettlichen Kronblätter sind meist 8 bis 12 mm lang, etwa zweimal so lang wie der Kelch, und tief ausgerandet. Die Staubgefäße der durchweg zwittrigen Blüten haben eine gelbliche bis weißliche Farbe. Bei der Unterfamilie Malvoideae sind die vielen Staubblätter und der Stempel zu einer Röhre verwachsen, dem sogenannten Androgynophor.
Die Wegmalve vermehrt sich durch Selbst- oder Insektenbestäubung mit Bienen oder Fliegen. Die Samen haben ein knopfartiges Aussehen mit einem Durchmesser von 5 bis 8 Millimeter. Sie werden mit dem Wind oder als Kletten verbreitet. Die Pflanze ist auf nicht zu trockenen Böden in Europa und Westasien zu Hause und wurde nach Nordamerika eingeführt. Da sie stickstoffliebend ist, wächst sie gern in Stallnähe und bei Komposthaufen. Sie verträgt weder Salz noch Schwermetalle.
Die Blätter der Wegmalve enthalten Vitamin C, die Blüten Tannin. In der Pflanze wurde Octacosan, Alkaloid und Saponin gefunden, sie hat einen gewissen Gehalt an Antioxidantien. Bei der Verwendung in der Küche ist ein möglicher hoher Nitratgehalt, ähnlich wie bei Rucola, zu beachten.
In der Küche eignen sich junge Blätter der Wegmalve hervorragend als Salatersatz, oder gekocht als Gemüse oder zum Andicken von Suppen, da die Blätter beim Kochen eine schleimige Konsistenz bekommen. Auch die unreifen Samen können roh als Snack oder gekocht verwendet werden, sie haben einen nussigen Geschmack. Die Früchte schmecken ähnlich wie Käse und wurden in Notzeiten zu Mehl verarbeitet. Der Wurzelsud ist als Eiweißersatz verwendbar.
Es gibt eine Laborstudie, die Hinweise auf Wirksamkeit der Pflanze gegen Magengeschwüre zeigt.
Quelle: wikipedia.de
July 18 Auf den Pfaden Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-DessauWir kamen von Wittenberg, wollten nach Hause und hatten Zeit. Der Wörlitzer Park war Ziel unseres Zwischenstopps. Wir kannten diese Anlage nur vom Hörensagen. Waren beeindruckt und nach der ersten Stunde im Park traurig, nicht mehr Zeit zu haben als die 4 Stunden, die wir -weil auf der Durchreise- eingeplant hatten.
Demjenigen, der die Natur liebt, der stundenlang diesen endlosen, geschwungenen Wegen durch Wald, Wiesen und entlang des allgegenwärtigen Wassers folgen mag, bietet dieses über 100 Hektar große Areal an einem Seitenarm der Elbe eine Unmenge kleiner und großer Bauten des 18. Jahrhunderts, versteckte Statuen, Kleinode und einen wunder- und liebevoll angelegten Park. Insgesamt 17 verschiedene Brücken queren die Wasserläufe, auf welchen man sich per Gondel durch dieses Gartenreich bewegen kann.
Der Park fordert Zeit von seinem Besucher. Zeit, sich auf die großen und kleinen Überraschungen, die er dem Neugierigen bietet, einzulassen. Zeit, sich zwischendurch einmal niederzulassen, um das Gesehene zu verarbeiten, um sich für das Kommende zu stärken und die Seele baumeln zu lassen.
Vieles haben wir ungesehen zurückgelassen. Ein Grund mehr, wiederzukommen. Denn eine Reise ist der Park jederzeit wert.
Und wer mehr zum Wörlitzer Park wissen will:
May 16 Einmal mehr vor der Natur auf die Knie gefallen.Zwangsläufig, um ein Foto dieser Pusteblume zu erhalten.
Dabei wenig wissend über diese Pflanze, an der man die meiste Zeit vorbeigeht, wenn sich nicht gerade die Kinder mit den "Fallschirmchen" beschäftigen oder man mühsam versucht, den braunen Saft von den Kinderhänden zu schrubben.
Diese ausdauernde Pflanze mit ihren hohen Blütenstengeln und ihrer bis 1 m langen Pfahlwurzel hat neben ihrem Nutzen als Bienenweide durch ihre Inhaltsstoffe vielerlei Verwendung erfahren.
Die gelben Blüten nimmt man zur Herstellung eines honigähnlichen Sirups als Brotaufstrich, die jungen Blätter dienen als Salat. In der Nachkriegszeit hat man die Wurzeln getrocknet und zur Herstellung eines Ersatzkaffees verwendet. (Zichorienwurzelersatz).
Den Milchsaft verwendete man früher zur Behandlung von Augenkrankheiten und zur Behandlung von Warzen. In der Volksheilkunde wird er zur so genannten Blutreinigung, bei rheumatischen Erkrankungen und zu deren Vorbeugung, bei Gicht, Ekzemen und Lebererkrankungen angewendet.
Heutzutage wird die Pflanze auch zur Aktivierung des Stoffwechsels verwandt. Sie regt die Bildung von Magensaft und Galle an und fördert die Ausscheidung über Leber und Niere.
Und wenn schon keinen Kniefall - eine Beachtung ist der Löwenzahn auf jeden Fall wert.
May 10 Der Lohn des FrühaufstehersSamstag vor Pfingsten, 5:00. Das zarte Rot am morgendlichen Himmel verheißt einen zauberhaften Morgen. Also aus dem Bett, einen Cappuccino auf den Weg, die Kamera ins Auto und los. Wenn sich der Morgen traumhaft ankündigt, sollte man ihn auch dort genießen, wo man träumen kann. Auf dem Weg zu meinem Ziel fahre ich ein Stück der Zwickauer Mulde entlang, die sich um diese Zeit noch versteckt. Nebelschwaden in einer gerade erwachenden Landschaft. Verhaltenes Zwitschern in allen Bäumen, Morgentau überall.
Angekommen am Bieserner See, einer ehemaligen Sandgrube, die inzwischen zum Refugium für Wasservögel, Rehe, Hasen und vielerlei anderes Getier geworden ist, zeigt sich der ganze Zauber, der hier nicht jeden Tag und auch nicht zu jeder Zeit zu sehen ist.
Über dem morgendlichen Treiben der Haubentaucher, Bläßhühner und Enten, die bereits mit ihren Jungen beschäftigt sind, liegt noch der Nebel, der bald der aufgehenden Sonne weichen wird. Ein Szenario wie in fernen Gefilden, wäre nicht die nahe vorbeiführende Bundesstraße, meinte man sich irgendwo in Finnland oder Kanada.
Eine halbe Stunde später erklimmt der Feuerball die Baumkronen, die gleich einem schützenden Wall rund um den See stehen und taucht alles in gleißendes Gold. Man steht geblendet am Ufer, hält fast den Atem an und ist fasziniert vom Spiel der Farben. Dort, wo die Sonne schon auf das Wasser trifft, steigt die erwärmte Luft bereits nach oben, zieht aus allen Richtungen des Sees die Nebelschwaden mit sich. Alles strömt zu dieser ersten warmen Luftsäule, um sich emporzuheben.
Zwei Stunden später ist der Zauber schon verflogen, der Nebel ist fast weg, Fahrzeuglärm als permanentes Hintergrundgeräusch, der Parkplatz am See füllt sich langsam mit Autos. Es wird Zeit zu gehen. Tagsüber werden hier Scharen von Menschen um den See spazieren, werden rastend und lagernd ihren Müll verbreiten und spätabends den See und seine Bewohner endlich wieder in Ruhe lassen.
Ich nehme den Zauber mit und fahre ein Stück reicher nach Hause. Bis zum nächsten Mal ;) March 19 Biosprit - sind wir nicht toll?Kurz vor Ostern nun kommt der Schnee, der zu Weihnachten Groß und Klein ein besinnlicheres Fest beschert hätte. Zugegeben, er bleibt nicht lange liegen, die Sonne ist schon stark genug. Aber warum jetzt und nicht wie früher, im Dezember? Liegt es vielleicht doch am Klimawandel?
Dabei sind wir doch auf dem besten Weg, die Welt zu retten.
Wir fahren jetzt Biosprit. Wir produzieren aus Nahrungsmitteln Treibstoff. Aus Weizen, Soja und Mais zum Beispiel. Das ergibt insofern Sinn, als dass wir irgendwann, evolutionsbedingt oder mangels Nahrung, zu schwach zum Laufen sind, bis dahin aus der Nahrung den begehrten Treibstoff gemacht haben und wir unsere vom Sitzen am Büroschreibtisch oder vom Hunger geschwächten Gebeine weiterhin per Auto durch die Landschaft kutschieren können.
Vorbei an Betonwüsten, unter denen die Äcker unserer Vorfahren begraben wurden. Äcker, die Weizen und Mais hervorgebracht hätten. Aber wir wollen anscheinend lieber fahren statt essen. Auf Autobahnen, wenn möglich. Dort, wo keine sind, betonieren wir welche hin. Es ist ja auch nötig. Besonders im Osten Deutschlands. Wir verbessern die Infrastruktur, damit sich die Industrie hier gerne ansiedelt. Aber wir infrastrukturieren einige Jahre zu spät, scheint es. Die Unternehmer wandern weiter gen Osten, als es unsere Autobahnen zuließen.
Wegen der erhöhten Lohnkosten hierzulande fertigen sie in Osteuropa und Asien. Und bringen alles, was der Mensch nicht braucht, per Bahn, LKW, Schiff und Flugzeug wieder hierher. Mit Biosprit, selbstverständlich. Wir retten schließlich die Welt. Derweil fahren die übriggebliebenen hier dreispurig der Zukunft entgegen. Auch mit Biosprit, klar. Treibstoff aus Pflanzen, für deren Anbau hundertquadratmeilenweise Regenwald abgeholzt wird. Auch das hat allem Anschein nach einen tieferen Sinn. Biosprit hat weniger Schadstoffe, also brauchen wir auch weniger Grün, um das ganze Gift in der Luft abzubauen und aufzunehmen.
Und sollte trotz unserer genialen Ideen das Ozonloch weiter wachsen und die Luft schlechter werden, liegt es mit Sicherheit nicht am Menschen. Wir wissen auch schon, wer daran schuld sein wird. Die Tiere. Vor nicht all zu langer Zeit stand geschrieben, dass die Biomasse einen ziemlich erheblichen Anteil am Ausstoß der Treibhausgase hat. Also kann ich Ostern beruhigt groß- und dreispurig zu meiner Mutter fahren, den Tank voll Biosprit aus ökologischem Anbau. Vorbei an Rinderherden, deren Ende ohnehin absehbar ist, wenn diese Rindviecher das Ozonloch nicht in den Griff bekommen.
Und ich weiß, wir haben unser Bestes getan. Wir sind eben toll.
Daher wohl auch der Begriff "Tollhaus". February 17 Auf der Suche nach dem FrühlingViel zu zeitig im Jahr unterwegs auf der Suche. Mitte Februar. Ein Monat, in dem der Schnee das Land bedecken sollte.
Zu zeitig unterwegs, weil der milde Winter, die schon wärmende Sonne, die überall bereits sprießende Natur den des Winters müden aus seiner Hütte ins Freie lockt. Hier und da, in Tälern, wo die noch zu flach stehende Sonne nicht den Waldboden berührt, Eis. Gefrorene Bachläufe, steinharter Boden, Winter eben. Bis auf den Schnee, den sucht man vergebens.
An geschützten Stellen aber beginnen neben verdorrten Blättern und Früchten die ersten neuen Triebe sich nach dem Licht zu recken. Der Fühling ist nicht aufzuhalten. Und ehrlich gesagt: es wird auch Zeit. April 10 wenn einer eine reise tut...Zeit heilt alle Wunden, sagt man. Zeit verklärt. Zeit komprimiert Erlebtes. Aus wochenlangen Abenteuern bildet sich ein Extrakt, der im Abriss den Zuhörer vielleicht eine halbe Stunde fesselt. Je länger das Erlebte zurückliegt, desto dicker der graue Schleier, der alles überzieht. Einschneidende Erlebnisse als leuchtende Punkte im Grau. Leuchtend, und doch langsam verglimmend. So oft dieses Vergessen gewollt ist, so oft ist dieser Zustand ein Verlust. Durch Amerika mit dem Fahrrad - ich hoffe, es wird ein Buch daraus. Bevor nur mehr grau bleibt. |
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